Die urgeschichtlichen Hügelsiedlungen
Mitte des 2. Jh. v. Chr. an den Hügelspitzen und Erhöhungen oberhalb der Täler, und zwar auf der ganzen Halbinsel Istrien, die Hügelsiedlungen, sog. Gradina. In Istrien gibt es mehr als 400 Hügelsiedlungen, die von einer großen Besiedlung noch in der Bronze- und Eisenzeit zeugen. Die Hügelsiedlungen, gebaut mit Hilfe besonderer Technick ohne Bindemittel, hatten die Form einer Ellipse oder eines Kreises und waren mit Schutzmauern umgeben. Die größeren Hügelsiedlungen dagegen waren sogar mit einigen Schutzmauergürteln umgeben.
Die Wohnhäuser hatten außer der viereckigen Form und dem kreisförmigen Grundriß wahrscheinlich ein Dach aus Steinplatten, ähnlich wie die heutigen Bauernhäuser, sog. Kažun. Diese Ähnlichkeit zwischen einstigen und heutigen Steinhäusern weist darauf hin, dass die Bauart in Istrien ununterbrochen noch von der Bronzezeit beibehalten wurde.
Die am besten bewahrten Hügelsiedlungen befinden sich in der Nähe von Pula (Nezakcij), Rovinj (Monkodonja) und Poreè (Picugi – der einheitliche Name für drei Hügelsiedlungen).
Nezakcij ist als die letzte Hauptsdtadt der Histren, wahrscheinlich der ersten Bewohner Istriens, bekannt. Histren waren in die Stämmen organisiert, beschäftigten sich mit dem Handel, waren Fischer, Jäger, Viehzüchter und Ackerbauer. In den Werken der römischen Schriftsteller wurden sie sogar als Seeräuber erwähnt.
Ende des 3. Jh. v. Chr. konfrontieren sie sich einige Male mit den Römern. Aus dem Text des römischen Historikers der Augustuszeit, Titus Livius, ist die Schilderung der römischen Eroberung von Nezakcij 177 bekannt. Damals begang der histrische König Epulon Selbstmord durch sein eigenes Schwert, indem er es in seine Brust stach, um nicht in römische Hände zu gelangen.
Unter dem Nordtor von Nezakcij, sog. Porta Praehistorica, befand sich ein Kanal für Niederschlägeableitung mit einem Steingitter.








