Canton da paradeîsu
Am Freitag, den 26. Juni 2026, um 20:00 Uhr wird im Stadtmuseum Rovinj-Rovigno die letzte einer Reihe von Ausstellungen eröffnet, die dem 100. Geburtstag von Bruno Mascarelli gewidmet sind. Während in den beiden vorangegangenen Ausstellungen Werke des Künstlers aus Privatbesitz gezeigt wurden, präsentiert diese Ausstellung Werke Mascarellis aus der Sammlung des Museums. Sie werden in einen Dialog mit historischen, archäologischen und ethnografischen Objekten sowie mit dokumentarischem Material aus dem Museumsbestand gestellt. Neben dem künstlerischen Wert der Werke selbst liegt der Schwerpunkt auf dem Kontext ihrer Entstehung sowie auf der Darstellung des Alltagslebens und der Stadt Rovinj in jener Zeit, die Mascarelli in seinen Gemälden festhielt. Um die Atmosphäre der damaligen Stadt möglichst authentisch zu vermitteln, wurden einige Objekte von Einwohnerinnen und Einwohnern Rovinjs sowie von Handwerkerinnen und Handwerkern zur Verfügung gestellt, die bis heute traditionelle Gewerbe pflegen und bewahren.
Die Ausstellung gliedert sich in mehrere thematische Einheiten, von denen jede ein charakteristisches Merkmal Rovinjs in den 1950er- und 1960er-Jahren hervorhebt. Die Motive, die Bruno Mascarelli in seinen Gemälden festhielt, werden durch ausgewählte Artefakte interpretiert, die von einer Stadt zeugen, deren Straßen von Bauxitstaub bedeckt und vom Geruch frischen Fisches erfüllt waren. Den Besucherinnen und Besuchern eröffnen sich Geschichten über eine Küstenstadt, die von den Folgen des Massenexodus geprägt war und Gefühle von Angst, Unsicherheit und Verlassenheit mit sich brachte. Gleichzeitig war dies eine Zeit der Gründung neuer Unternehmen, der Entwicklung des gesellschaftlichen und sportlichen Lebens sowie der Eröffnung zahlreicher Handwerksbetriebe, während die Fischerei eine der beständigen Säulen der städtischen Identität blieb. Einen wichtigen Beitrag zur Gestaltung der Ausstellung leisteten auch die Einwohnerinnen und Einwohner Rovinjs, die mit ihren Erinnerungen, Geschichten und zur Verfügung gestellten Materialien dazu beitrugen, Mascarellis Werke mit den realen Erfahrungen und dem Alltag der Stadt zu verbinden.
Ziel der Ausstellung ist es nicht, die Geschichte der Stadt zu rekonstruieren, sondern einige Geschichten aus der Vergangenheit Rovinjs zu erzählen und die Atmosphäre sowie den Zeitgeist der ersten Jahrzehnte von Mascarellis Aufenthalt in Rovinj zu vermitteln. Sie ist eine Hommage an ein Canton da paradeîsu („ein Stück Paradies“, wie der Dichter Zanini Rovinj beschrieb), zugleich aber auch eine Einladung an die Besucherinnen und Besucher, durch den Dialog zwischen Gemälden und Objekten die vielschichtigen Ebenen des städtischen Lebens hinter den dargestellten Motiven zu entdecken. Darüber hinaus ist die Ausstellung Ausdruck der Dankbarkeit gegenüber einem Künstler, der Rovinj durch sein Werk dauerhaft dokumentiert, geprägt und bereichert hat.
Montags geschlossen. Eintritt frei.