Prähistorische archäologische Lokalitäten

Nesactium


Nezakcij (Nesactium) war die Hauptstadt der Histrier, eines Stammes aus der Eisenzeit, der in Istrien lebte. Zahlreiche archäologische Funde beweisen eine kontinuierliche Ansiedlung, angefangen in der Urgeschichte, bis zur Spätantike.

Die archäologische Lokalität Nezakcij (Vizače) befindet sich am Hügel Glavica bei Valtura, östlich von Pula, über einem fruchtbaren Tal bei der Bucht Budava. Nezakcij hält man für die Hauptstadt der Histrier, eines indoeuropäischen Volkstammes, der sich Anfang der Eisenzeit entwickelte, als er die heutige Halbinsel Istriens ansiedelte.

Die ältesten Spuren einer Wallburg stammen aus der Bronzezeit, gefolgt von der Eisenzeit. Die steilen Abhänge von Glavica waren ein guter Verteidigungschutz, aber die Wallburg war am Fuß des Hügels von mehreren Wehrmauergürteln umsäumt, von denen einige auch römischen Ursprungs sind, und bis zur Spätantike benutzt wurden. Zwischen den Mauern und der Siedlung erkennt man noch zwei Terrassen, von denen Archäologen annehmen, sie seien Zonen der prähistorischen Siedlungen. Man weiß nicht, wie diese prähistorische Siedlung ausgesehen hat, doch mit Sicherheit weiß man, dass das Leben in Nezakcij vom 9. bis zum Ende des 6. oder Anfang des 7. Jahrhundert kontinuierlich pulsierte, also bis zum Einbruch der Barbaren und Slawen, die antike Siedlungen zerstörten.

Am westlichen Teil der Mauern, zwischen den römischen und prähistorischen Toren, fand man eine prähistorische Nekropole mit sogar 114 Gräbern. Gräber aus der Eisenzeit mit Urnen gab es auch außerhalb dieser Zone, unter den Überresten eines römischen Tempels und urbaner Villa. In den Gräbern sind viele Grabgaben erhalten geblieben, wie Urnen, mit Ornamenten verzierte Steinplatten oder Skulpturen. Die historischen Quellen besagen, dass die Histrier mit ihren Schiffen das Meer um Südistrien bewachten, und römische und griechische Schiffe abfingen, so dass im Jahr 221 vor Christus Rom in seinem ersten Krieg begann, ihre Flotte und Wallburgen zu vernichten. Danach vereinigte Epulon die histrischen Stämme, und versuchte, das weitere Vordringen der Römer zu verhindern, aber nach zweijähriger Niederlage und Besetzung von Nezakcij im Jahr 177 vor Christus beging Epulon mit seinen Mitstreitern angeblich Selbstmord, und die Histrier mussten die römische Herrschaft anerkennen.

Heute ist der Ort ein archäologischer Park, mit konservierten Überresten aus der römischen Zeit und der Spätantike.

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